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Big
Brother - Atmosphäre kam schon auf, als sich die Agenten
Inspektoren Uth und Langlet lautlos in die Klassen stahlen, zunächst
kein Wort sprachen, lediglich Blickkontakt mit dem unterrichtenden
Lehrer aufnahmen und streng geheime Zeichen in diese
Checkliste
schrieben.
Ich persönlich hatte gerade eine
Vertretungsstunde, als mich ein Schüler mit der Bemerkung: "Oh, ein
Inspektor kommt" auf den Ernst der Lage hinwies. Man wusste ja
nicht, wann und wie oft man besucht werden würde, allerdings hätte
ich nicht gerade in einer Vertretungsstunde damit gerechnet. Deshalb
war es auch völlig unmöglich, meinen ursprünglichen Plan, Stunden
mit den Schülern einzuüben (siehe
Vorbereitung der Inspektion)
in die Tat umzusetzen. Wir machten das, was man
üblicherweise in Deutsch-Vertretungsstunden tut, wir übten ein
bisschen Rechtschreibung und Nachschlagen im Wörterbuch, was den
Schülern wenig Raum für Kreativität - abgesehen vom Erfinden
außergewöhnlicher Schreibweisen - bot. Ich gab ihnen noch nicht
einmal Gelegenheit mir mitzuteilen, was sie als nächstes lernen
wollten... Hier ernteten wir Minuspunkte, wir lenken unsere
Schüler zu stark und lassen ihnen zu wenig Raum für eigene
Entfaltungsmöglichkeiten. Stimmt, ganz modern ist das nicht, aber
offensichtlich auch nicht wirkungslos, denn uns wurde ein "hohes
Niveau" bescheinigt. Es gab jedoch noch weitere Kritikpunkte: Wir
haben zu wenig Konzepte eingereicht und es fehlen Angebote im
musischen Bereich.
Mission Impossible? Keineswegs. In allen
anderen Bereichen haben wir gut abgeschnitten und unser Schulklima
sowie die Betreuung der Schüler/innen sind sogar vorbildlich,
für mich persönlich die allerwichtigsten Punkte. Die Höflichkeit und
das gute Benehmen unserer Schüler wurden gelobt. Die Atmosphäre an
unserer Schule wird also auch von Außenstehenden so positiv gesehen
wie wir sie empfinden. Was hat uns die Inspektion
nun gebracht? Auf der einen Seite mehr, als ich gedacht habe,
nämlich Bestätigung und die baut auf. Gut, wir bessern auch nach.
Wenn Konzepte gewünscht werden, schreiben wir auf, was wir sowieso
schon wissen und nur noch nicht zu Papier gebracht haben.
Andererseits - kommt eigentlich auch Hilfe von außen? Schickt uns
Herr Minister Busemann jetzt schnell Kunst-, Musik- und Werklehrer,
dass uns das fehlende musische Angebot bei der nächsten Inspektion
nicht wieder angekreidet wird? Und natürlich brauchen wir auch
Ersatz für die beiden Kolleginnen, die uns im Sommer verlassen.
Von unseren Inspektoren wurden wir fair behandelt und beurteilt. Ich
fand es auch schön, dass sie unsere Inspektionsvorbereitungen mit
Humor aufnahmen. Danke dafür an Sie beide! Von den
Verantwortlichen in Bad Iburg wünschte ich mir, einmal darüber
nachzudenken, ob wirklich so viel Geheimniskrämerei nötig ist. Ich
glaube zum Beispiel, die Ergebnisse wären die gleichen, wenn man den
Lehrkräften und den Klassen die Besuchstermine mitteilen und so für
weniger Stress sorgen würde. Das würde die Lage sehr entspannen.
Und zum Schluss soll noch ein Lob von Inspektor Uth nicht unerwähnt
bleiben: Die Kopernikus-Schule geht wirklich professionell mit
Inspektion um. Das tun wir doch, oder?
J
Heidi Walsh
Der Abschlussbericht der Schulinspektion kann
hier
eingesehen werden. |