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Pädagogische Schwerpunkte unter
Berücksichtigung der Bildungsstandards
für die 5. und 6. Klassen
I. Zur
Entwicklung der Zehn- bis Zwölfjährigen in den 5. und 6. Klassen
In der Regel sind die Schüler in der 5. Klasse im 11. Lebensjahr und
in der 6. Klasse im 12. Lebensjahr. Hauptcharakteristikum dieser
Stufe ist, dass sich die Mädchen und Jungen voll den Realitäten
zuwenden. Ihr Bewegungsdrang, ihre Aktivität und ihre Wissbegierde
sind erstaunlich. Ihr Interesse richtet sich auf alles, was
anschaulich zugänglich ist.
Die häufigsten Probleme und
Auffälligkeiten in diesem Altersbereich sind:
-
Die Ausdauer zum Verfolgen und
Durchhalten von Interessen und Aufgaben ist häufig noch
schwankend. Außerdem ist sie meistens noch nicht gezielt
ausgerichtet.
-
Aggressives Verhalten gegenüber
Gleichaltrigen.
-
Mangelndes
Selbstvertrauen, das sich in Rückzug vor Gleichaltrigen und
Erwachsenen oder auch durch Unsicherheiten in
Leistungssituationen äußern kann.
Der Beginn der
Pubertät setzt bei den Mädchen fast ein Jahr früher ein als bei den
Jungen. Um das 12. Lebensjahr sind die Mädchen den Jungen in der
körperlichen Entwicklung bereits annähernd zwei Jahre voraus. Diesen
Vorsprung können die Jungen erst im Alter von 14 bis 16 Jahren
wieder aufholen.
Zu Beginn der 5.
Klasse ist die bestimmende Welt der Schüler im Wesentlichen noch ihr
Elternhaus. Aber gerade in dieser Entwicklungsphase wird der
Einfluss der Altersgruppe größer. So wird der Aufbau von Haltungen
und Vorstellungen von beiden Seiten beeinflusst: von der Familie und
von der Altersgruppe.
Beim Lernen hat der
kindliche Stil dieser Altersgruppe noch viel Spielerisches an sich.
Die Schüler befinden sich erst in einer Umstellungsphase auf ein
selbst geplantes, systematisches Lernen. So will der Zehnjährige
sich alles noch konkret vorstellen und anschaulich denken können. Im
Allgemeinen erfolgt dann im 13. Lebensjahr der Durchbruch zum
abstrakten Denken.
In den 5. und 6. Klassen gilt es daher,
-
die Individualität und Eigengesetzlichkeit
der Entwicklung der Schüler und Schülerinnen zu berücksichtigen,
-
die Verantwortungsbereitschaft der Schüler
und Schülerinnen zu steigern,
-
die Integration zu fördern
II. Das
pädagogische Konzept für die 5. und 6. Jahrgänge
Das pädagogische Konzept der Kopernikusschule
für die 5. und 6. Klassen versteht sich als Antwort auf die
einschneidenden Veränderungen unserer Gesellschaft und damit auch
auf die veränderten Lern- und Arbeitshaltungen unserer
Schüler und Schülerinnen.
Der Übergang von der Grundschule zur
Kopernikusschule als weiterführende Schule wird behutsam und
gleitend gestaltet. Daher gibt es zu Beginn des 5. Schuljahres
das fächerübergreifende Kennenlern-Programm „Unsere neue Schule“,
das sowohl die schulische Umgebung mit neuen Klassenkameraden,
Lehrern und Fächern als auch den neuen Lernort zum Thema hat.
Die Schüler werden so angenommen, wie sie die
abgebenden Schulen verlassen haben. Ihre bisherigen Lebens- und
Lernerfahrungen in der Grundschule werden berücksichtigt
und aufgegriffen.
Die Kopernikus-Schule fordert von ihren
Schülern und fördert ein positive Einstellung zur
Schule.
Es wird grundsätzlich erwartet, dass sich ein
Schüler so verhält, dass die Schule ihren Bildungsauftrag
erfüllen kann.
Das Recht auf freie Entfaltung der
Persönlichkeit ist nur dann gewährleistet, so weit sich ein
Schüler nicht über die Rechte anderer hinwegsetzt und das
Unterrichtsangebot nicht durch Störung verkürzt.
Nur wenn der Schüler lernwillig ist und
sich an bestimmte Regel hält, sind ein erfolgreicher
Unterricht und ein gedeihliches Miteinander möglich.
In den 5. und 6. Klassen kommt dem
Klassenlehrer eine besondere Bedeutung zu, denn er unterrichtet
die Klasse in möglichst vielen Fächern.
Der sozialen Integration und der
Identifizierung mit der Schule dient auch die feste Zuordnung von
Klassenräumen.
Schulischer Erfolg
hängt zu einem gewissen Teil auch von der Klassen- und
Schulatmosphäre ab. Eine schülerorientierte und freundliche
Gestaltung der Schul- und Klassenräume unterstützt die Schaffung
einer positiven Atmosphäre. Deshalb haben die Schüler die
Möglichkeit, den Klassenraum - im vorgegebenen Rahmen - nach ihren
Vorstellungen zu gestalten, um zur Schaffung einer positiven
Arbeitsatmosphäre aktiv beizutragen.
Der von den Schülern durchgeführte
regelmäßige Ordnungsdienst und die tägliche Bewertung und
Würdigung der Ordnung durch die Lehrkräfte tragen zum freundlichen
Eindruck in besonderer Weise bei. Die vom Klassendienst übernommenen
Aufgaben dienen nicht nur der Sauberkeit und der Ordnung, sondern
auch dem Ziel, der Verschwendung von Heizungsenergie
vorzubeugen, ohne das regelmäßige Lüften der Räume zu
vernachlässigen. Die Schüler und Schülerinnen leisten damit
gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz.
Die schulische Erziehung, die die Eltern
keineswegs aus ihrer Verpflichtung entlässt, umfasst auch die
Gesundheitserziehung, die Verkehrserziehung und Bausteine zur
Persönlichkeits-erziehung.
Eine gewisse Gewaltbereitschaft und Aggression
Jugendlicher gehören zu den mehr oder weniger großen Problemen der
heutigen Schulen. Das Streitschlichter - Programm der
Kopernikus-Schule trägt zur angemessenen Streitschlichtung
bei. Eine intensiv auf ihre Aufgabe hin geschulte Expertengruppe von
älteren Schülern und Schülerinnen steht zur Konfliktlösung und
Streitschlichtung bereit.
Die Förderung eines angemessenen
Sozialverhaltens und Arbeitsverhaltens gehört mit zu den
tragenden Zielen unserer Schule.
Die regelmäßige Anfertigung von Hausaufgaben
gehört zu den Aufgaben aller Schüler. Um die Anfertigung der
Hausaufgaben zu erleichtern und zu fördern, bieten Schüler höherer
Klassen die Gelegenheit, in ihrem Beisein die Hausaufgaben nach dem
Unterricht in der Schule selbstständig und eigenverantwortlich
anzufertigen. Dabei stehen sie bei Bedarf auch für gelegentliche
Rückfragen zur Verfügung.
Schüler und Schülerinnen, die an einer
schriftlichen zu zensierenden Arbeit nicht teilnehmen konnten,
wird - bei Vorliegen aller Voraussetzungen - die Möglichkeit
eingeräumt, die versäumte Arbeit unter Aufsicht nachzuschreiben.
Damit diese Schüler diese Arbeit in einer ruhigen Atmosphäre
schreiben können und nicht durch den laufenden Unterricht abgelenkt
werden, findet das Nachschreiben in einem gesonderten Raum, ohne
laufenden Unterrichtsbetrieb statt. In dem Raum befinden sich
ausschließlich Schüler und Schülerinnen verschiedener Klassen. die -
bei großzügigem Platzangebot - ihre Arbeiten ungestört unter
Aufsicht nachschreiben.
Es ist für alle Beteiligten manchmal schwierig,
das Gewicht der Büchertasche mit der Tragkraft insbesondere der
jüngeren Schüler in Einklang zu bringen. Die heutigen Schulbücher
sind recht schwer. Damit die Schüler die Bücher nicht ohne triftigen
Grund hin- und herschleppen müssen, haben die Eltern die
Möglichkeit, zu vertretbaren Bedingungen Schließfächer von
einem privaten Unternehmen anzumieten.
Der Sicherheit der Schüler und Schülerinnen
dient auch das Sicherheitstraining, dass vom ADAC durchgeführt wird.
Eckhard Hildebrand |