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KURSFAHRT PARIS 2006
Bereits im Schuljahr 2003/2004, als mein WPK Französisch die ersten
französischen Wörter gelernt hatte und wir an der Unité „Paris“
arbeiteten, kam die Frage auf : „ Fahren wir denn auch mal nach
Paris?“ Meine Antwort lautete damals: „ Wenn ihr in der 9. Klasse
immer noch dabei seid, fahren wir nach Paris!“ Wie schnell die
Schuljahre verfliegen, merkte ich am Beginn des Schuljahrs
2005/2006, als die „Franzosen“ in die 9. Klasse wechselten. Im
September 2005 ging der erste Elternbrief mit der Anmeldung der
Schüler/Innen raus; von der Gesamtkonferenz hatten wir die Auflage
bekommen, dass mindestens 15 Schüler/Innen teilnehmen sollten. Die
Anmeldungen zeigten, dass die Eltern von 15 Schülerinnen und
Schülern bereit waren, 300 € für die Studienfahrt nach Paris zu
zahlen, wofür ich ihnen sehr dankbar war/bin! Die Monate im
Schuljahr flossen nur so dahin und endlich stand der Abreisetermin
25. Juli 2006 kurz bevor! Es klappte einfach alles : die Bezahlung,
das Einreichen der Passfotos für die Metro-Wochenkarte, das E-Mailen
zur Abstimmung, die Absprachen mit dem Busunternehmer, weil Claudia
unterwegs zusteigen musste, die Abstimmung über Taschengelder ...,
super!
Am Sonntag, dem 25. Juni 2006 trafen wir uns um
16 Uhr am Bahnhof Lüneburg, Frau Mertens- Hann und ich wurden
liebevoll mit Schokolade als Nervennahrung versorgt, auch dafür ein
herzliches Dankeschön! In Hamburg am ZOB konnten wir unser schweres
Gepäck verstauen, einen letzten Kaffee in Deutschland trinken, bevor
die Fahrt nach Paris durch die Nacht begann!
Am 26. Juni trafen wir morgens um 6.10 Uhr am
Busbahnhof in Paris ein, suchten die Metro-Kasse und erstanden die
Carte orange hebdomadaire, die uns das Fahren mit Metro und Bussen
für eine Woche ermöglichte. Obwohl wir alle sehr müde waren,
starteten wir zum MIJE ( dem Jugendhotel), um dort unser Gepäck für
den Tag im Gepäckraum abzugeben. Es war nicht ganz einfach, das MIJE
zu finden, denn selbst die Menschen aus der näheren Umgebung kannten
die Straße „rue des Barres“ gar nicht. Aber wer viel und lange
fragt, findet auch den Weg!
Nachdem wir das Gepäck verstaut und ein Frühstück
zu uns genommen hatten, ging es los zum Centre Pompidou und danach
ins Forum des Halles, in dessen Nähe bekanntlich die meisten
Hip-Hop-Läden der französischen Hauptstadt zu finden sind! Überall
sammelten die Schüler erste Erfahrungen mit französisch sprechenden
Menschen; erste Mutige ( Nico, Konstantin, André und Finn )
erkundigten sich in einem Laden nach der Bedeutung des Ladennamens,
worüber wir uns sehr freuten. Auf dem Platz vor dem Forum des Halles
entdeckten wir dann die erste Deutschlandfahne, die von einem Balkon
herunterhing!
Vorbei ging's am Hôtel de Ville und zum erstenmal
über die Seine auf die Ile de la Cité zur Notre-Dame. Dort auf dem
großen Platz vor der Kirche ließen sich viele aus der Gruppe von
einem Künstler malen, der witzige Einfälle hatte, um seine
karikaturistischen Blätter individuell abzuwandeln. Zufrieden zogen
wir weiter; nun sollte das große Kaufhaus Samaritaine am Pont Neuf
unser Ziel sein. Leider, leider war das große Geschäft wegen
Sicherheitsarbeiten bis auf weiteres geschlossen. Am Eintritt in den
berühmten Louis-Vuitton-Shop hinderten uns schon die strengen Blicke
der Sicherheitsgarde.
Konstantin lotste uns zum Centre Pompidou, wo wir
einige Zeit verbrachten mit dem Fahren auf der gläsernen
Rolltreppe.Um 15 Uhr trafen wir uns alle im Hotel wieder, bezogen
endlich ( !!!) unsere Zimmer, duschten und ruhten uns auf den
gemütlichen Betten aus!
Zum Abendessen streiften wir vorbei an einer
jüdischen Gedenkstätte und kamen am MIJE Fourcy pünktlich um 19 Uhr
an. Das Menü setzte sich zusammen aus Baguette, Salat, einem warmen
Essen und dem Nachtisch, dazu durften Wasser und Säfte getrunken
werden, es schmeckte alles nach diesem harten Tag! Abends gab es im
Hotel die erste große Aufregung, denn aus dem Zimmer Nummer 11 war
ein Bonbon auf die Straße gefallen, wofür wir Lehrerinnen eine gelbe
Karte bekamen mit der Warnung, dass wir gegebenenfalls bei
Nicht-Einhaltung der Hotel-Regeln das Haus verlassen müssten! Harte
Sitten, aber wir fackelten nicht lange und hielten uns
hundertprozentig an alle Regeln, rückten sogar für andere die Stühle
im Frühstücksraum zurecht, leider gab es dafür erneut eine Rüge (
Psst!!!)! Spätestens ab diesem Zeitpunkt war allen klar, dass wir
auf einer Kieker-Liste standen!
Am Montagabend sagten wir nur noch „ Bonne nuit!“,
bevor gegen 23 Uhr die Lichter langsam erloschen und alle in einen
tiefen Schlaf fielen!
Um 8 Uhr saßen wir am nächsten Morgen zu Tisch,
es gab ein französisches Frühstück mit Baguette, Butter, Marmelade,
Croissant, Orangensaft und Schokolade oder Kaffee, das Bestellen
fiel André und Sebastian nicht mehr schwer! Ein Besuch im
wundervollen Musée d' Orsay, dem ehemaligen Pariser Bahnhof für die
Südroute, stand auf dem Programm des Tages! Im Museum hängen die
berühmtesten Werke der französischen Impressionisten, die mit Geld
nicht zu bezahlen sind, aber auch die Architektur des Museums ist
sehenswert! Nach diesem Besuch schickten wir vier Kleingruppen los,
den Weg mit der Metro zurück zum Ausgangspunkt für unser Hotel zu
finden, damit wir sicher sein konnten, dass alle im Falle eines
Falles zu uns zurückfinden würden. Diese Aufgabe wurde von allen
Gruppen prima gemanagt, wir konnten neu aufbrechen und immer eine
Schülerin oder einen Schüler als „Guide“ für die Metro einsetzen.
Wir besichtigten danach das Hôtel des Invalides mit dem riesigen
Marmorsarg Napoleons und gingen auf Wunsch der Gruppe den Weg zum
Eiffelturm zu Fuß, denn das Wahrzeichen der Hauptstadt stand in
verlockender Nähe! Hüseyin lernte unterwegs ständig neue
französische Wörter dazu und beeindruckte uns mit seinem
akzentfreien „ Incroyable!“ Das Champs de Mars verlockte zum kurzen
Ausruhen und Trinken, die Temperaturen versüßten uns mit über 30
Grad den gesamten Aufenthalt! Endlich ging' s per pedes auf den
Eiffelturm, ein langer und anstrengender (?) Aufstieg begann, aber
oben entschädigte uns der tolle Blick über die gesamte Stadt!
André, Sebastian und Hüseyin blieben noch länger
oben, weil' s so schön war, aber wir saßen unten im Park sehr gut
und konnten uns erholen für das weitere Programm!
Mit der Metro leitete uns Wasim zum Arc de
Triomphe, von der Plattform oben konnten wir endlich auf den Place
de l'Etoile blicken mit seinem für uns erstaunlich chaotischen
Straßenverkehr. Von dort oben konnte ich meinen Schülerinnen und
Schülern die einzelnen bekannten Bauwerke und Straßen zeigen, unter
dem Arc de Triomphe sahen wir uns das Grabmal für den unbekannten
Soldaten des 1. Weltkriegs mit der ewigen Flamme an, bevor wir uns
auf den Spaziergang über die Champs Elysées machten. Claudia, Wiebke
und Linda staunten über die Preise des Juweliers Cartier, das
umkämpfte Fast-food- Geschäft Mc Donalds lag auch auf unserem Weg!
Kurz vor dem Abendessen trafen wir wieder am MIJE
Fourcy ein, nach dem Abendessen gab es ein bisschen Freizeit, denn
um 22 Uhr stand der nächste Programmpunkt, die Schifffahrt auf der
Seine, an.
Die Fahrt vorbei an den beleuchteten Gebäuden
links und rechts der Seine und unter den Brücken von Paris vorbei
zum Eiffelturm bleibt bestimmt in Erinnerung!
Nach der Bootsfahrt wünschten sich die Mädchen noch einen
Spaziergang über die Brücke mit der Bilderausstellung und hier
erlebte Wiebke, nachdem die Franzosen im Viertelfinale die Spanier
mit 1:0 geschlagen hatten, wie sehr sich junge Franzosen im
angeheiterten Zustand freuen können. Das Echo auf die Umklammerung
wird er sicher in seinem Leben nicht vergessen!
Todmüde fielen wir am 2. Tag unseres Besuchs um
Mitternacht ins Bett, das Frühstück am Mittwoch wurde erst für 8.30
Uhr angesetzt!
Ab Mittwoch beruhigten sich meine und Frau
Mertens-Hanns Nerven bezüglich des Hotels, es kamen keine Klagen
mehr!
Es zog uns in den Louvre, um einmal im Leben vor
dem Porträt der Mona Lisa gestanden zu haben. Weil die Museumshüter
den Weg vom Raum der „Venus von Milo“ hin zu den Räumen der
italienischen Renaissance mit der Mona Lisa abgesperrt hatten,
erlebten wir die Odyssee pur in diesem wahrhaft gigantischen Museum
und erst nach mehreren Kilometern langten wir mit Tausenden von
Besuchern an diesem wohl bekanntesten Gemälde der Welt an. Die
Begeisterung der Schüler/Innen hielt sich in Grenzen und Konstantin
mochte nicht glauben, dass dieses Gemälde praktisch unbezahlbar ist.
Den Louvre verließen wir durch die berühmte
Glaspyramide, die uns den Blick auf den Pont du Caroussel, die
Tuilerien und den Place de la Concorde eröffnete. Die Gruppe
schlenderte allein durch die Tuilerien und traf uns eine Stunde
später wieder am Place de la Concorde. Sebastian entwickelte sich
zunehmend zum Reiseleiter, er sprach Passanten an und fragte nach
Wegen, Metrostationen ..., super!
Vom Place de la Concorde nahmen wir die Metro,
die Catacombes de Paris standen an zur Besichtigung ( Es gibt von
mir kein Foto aus den Katakomben, weil diese Knochenstätte ein
heiliger Raum ist!). In der Pariser Unterwelt empfanden wir die
Temperaturen zuerst als herrlich, doch beim Betrachten der Knochen
und Schädel von mehr als 6 Millionen Menschen, die in zwei
Jahrhunderten von Pariser Friedhöfen dorthin umgebettet wurden,
verging uns die Freude, die Stätte war Anlass für richtig ernste
Gespräche über das Leben und den Tod!
Aber nach diesem Ausflug in die Katakomben bekam
die Gruppe Freizeit fürs Shoppen und nutzte diese für einen
Spaziergang Richtung Seine, wo man mit Franzosen ins Gespräch kam
und sogar einen Philosophen kennen lernte.
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Am Donnerstag, dem 29. Juni fuhren wir morgens
los in den architektonisch modernsten Stadtteil von Paris, nach „La
Défense“ mit dem weithin sichtbaren „ L'Arche de le Défense“, der
leicht schräg zur Achse mit dem Pont du Caroussel und dem Arc de
Triomphe steht. Im gläsernen Fahrstuhl hatten wir einen tollen Blick
auf die Bürotürme und die Esplanade, auf der Tausende von Menschen
bei Sonnenschein flanierten. Am Springbrunnen unten trafen wir die
Gruppe wieder, Linda, Jennifer, Rieke, Sebastian, Wasim, Hüseyin und
viele andere standen schon mit beiden Beinen im Wasser und
erfrischten sich! Konstantin steckte seinen Kopf ins Wasser und
fühlte sich danach herrlich erfrischt! Erstaunlich fand ich, dass
die Lust am weiteren Programm nie ausging in dieser Gruppe, immer
wieder hieß es : „ Und was machen wir als nächstes?“ Ja, nach dem
modernen Stadtteil La Défense fuhren wir mit der Metro den weiten
Weg zur Porte de la Villette, um dort in dem Kugelkino „La Géode“
einen 3D-Film anzusehen. Auf dem Programm stand an diesem Nachmittag
der Film „ Dans la tête d' un champion“ und es ging um die Tour de
France, ihre Fahrer, die Strapazen der Tour und den Umgang des
Gehirns mit Schmerzen und besonderen körperlichen Anstrengungen.
Nach dem vollen Programm des Tages lag am Abend Freizeit an, die
entweder im Zimmer oder an der Seine verbracht wurde.
Am Freitagmorgen packten wir nach dem späten
Frühstück um 9 Uhr leider schon wieder die Koffer und stellten sie
bis zum Abend der Abreise im Gepäckraum ab. Die Zimmer sahen beim
Verlassen sehr ordentlich aus, es wurde uns nichts in Rechnung
gestellt!
Uns zog es zum letzten großen Programmpunkt, dem
Montmartre mit der Sacré Coeur. Von der Metrostation Abbesses
stiegen wir die Treppen zum Montmartre hoch und gelangten am Place
du Tertre an. Dort ließ sich Wiebke von einem Künstler malen!
Auf dem Platz vor der Sacré Coeur sahen wir das
reinste Menschengewimmel, der Blick über das Pigalle-Viertel von
Paris war erhebend!
Unten im Viertel streiften wir durch die kleinen Straßen und
entdeckten immer neue Ausblicke auf den Montmartre!
Am späten Nachmittag gingen wir zurück zur Seine,
um auf der kleinen Insel Saint-Louis den berühmten ältesten Pariser
Eissalon Berthillon aufzusuchen. Nebenan im Bistro Berthillon
verschwanden bereits die ersten Fußballbegeisterten, um pünktlich ab
17 Uhr das Match Deutschland- Argentinien anschauen zu können.
Glücklicherweise lief der Ball rund und im Elfmeterschießen gewannen
die Deutschen mit 5:3, die Heimfahrt war gerettet!
Um 21 Uhr holten wir schweren oder leichten
Herzens unser Gepäck aus dem Jugendhotel und machten uns auf zum
Busbahnhof.
Die Heimfahrt traten wir um 23.15 Uhr an, am 1.
Juli erreichten wir den Parkplatz Niendorfer Tierpark gegen 11 Uhr,
die Mütter warteten bereits gespannt und überraschten uns mit
Blumensträußen, Sekt und Prosecco, danke Ihnen allen!
Die Parisfahrt mit dem WPK Französisch 9 im
Sommer 2006 wird mir stets in guter Erinnerung bleiben, ihr habt ein
umfangreiches Programm erlebt und ich wünsche mir, dass ihr davon
vieles in euren Herzen bewahrt!
Herzliche Grüße an Claudia, Alexandra, Wiebke,
André, Konstantin und Finn aus der Klasse 9a, Wasim, Nico, Sebastian
und Jennifer aus der Klasse 9b und Rieke, Linda, Sabrina, Frederik
und Hüseyin aus der Klasse 9c !
Ursula Grell, Französischlehrerin des Kurses |