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Schule ohne Rassismus

von links: Kirsten, Dilara, Gülcan, Riccardo

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Diesen Titel erhielt die Kopernikus-Schule im Juni 2002. Es handelt sich hierbei um ein Projekt von und für Schüler/innen, die gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, aktiv vorgehen und einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leisten wollen.
Die Kopernikus-Schule wie auch der Stadtteil Kaltenmoor zeichnen sich dadurch aus, dass Menschen aus vielen unterschiedlichen Herkunftsländern zusammenkommen. Gerade bei uns ist es wichtig, dass Schüler/innen und Lehrkräfte sich immer wieder intensiv auf das gemeinsame Miteinander besinnen. Wir empfinden diese kulturelle Vielfalt als große Bereicherung.

Riccardo Zonno:
Meine Familie – väterlicherseits - ist während der sechziger/siebziger Jahren als Gastarbeiter aus Italien nach Deutschland (Ruhrgebiet) gekommen. Dort wohnten sie länger als zehn Jahre. Bis auf meinen Vater und meine Tante ging der Rest der Familie wieder zurück nach Italien. So ungefähr 1993 zogen wir dann nach Lüneburg und leben bis heute noch hier.

Ich finde es gut, dass wir eine multikulturelle Schule sind, da man viele verschiedene Sprachen hören und kennenlernen darf. Es ist natürlich auch spannend und schön zu sehen, wie andere Kulturen trotz ihrer Religion und Weltanschauung zusammen leben.

Kirsten Jonathas:
Ich bin deutscher Abstammung und finde es sehr positiv, dass an unserer Schule eine kulturelle Vielfalt besteht. Man lernt viele verschiedene Länder, deren Kultur und Sprache ein wenig kennen und nicht nur durch Bücher und Lehrkräfte. Als ich vor zwei Jahren hier auf die Schule kam, war ich überrascht, wie es hier ist. Der Ruf von Kaltenmoor ist ziemlich schlecht. Es heißt, dass es hier viele Schlägereien gibt. Tatsächlich gibt es bei uns auch Auseinandersetzungen, aber die gibt es in jeder Schule. Das hat nichts mit den vielen Schülern unterschiedlicher Herkunft zu tun! Ich habe wirklich schöne Erfahrungen hier auf der Schule gemacht und habe mittlerweile viel mehr ausländische als deutsche Freunde. Es ist für mich kein Unterschied, ob jemand Deutsche/r ist oder aus Russland, der Türkei oder irgendwo anders herkommt.

Gülcan Balik:
Ich lebe seit 17 Jahren mit meiner Familie in Lüneburg. Ich war 6 Monate alt, als wir nach Deutschland kamen.
Wir haben früher im Südosten der Türkei gelebt (Hauptstadt des ehemaligen Kurdistans) und zwar in Diyarbakir! Meine Familie hat damals aufgrund der politischen Lage die Türkei verlassen.
Ich finde es sehr schön, dass wir so international in der Schule sind, da wir so viele Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen kennen lernen.
Seit 2 Jahren bin ich Schulsprecherin der Kopernikus-Realschule. Es gefällt mir auf der Schule gut. Die Lehrer/innen und auch die Schüler/innen sind alle freundlich und hilfsbereit.

Meine Aufgaben als Schulsprecherin sind eine große Verantwortung für mich, die ich aber sehr gerne erledige und auf mich nehme. Ich hoffe, dass ich den Erwartungen gerecht werde.
Sehr viele Leute reden schlecht über Kaltenmoor und über ihre Schulen, aber dies sind alles nur Vorurteile, denn wir tragen den Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Wir tragen nicht nur den Titel, sondern es herrscht auch in unserer Schule ein gutes Klima; wir verstehen uns alle sehr gut mit- und untereinander. Natürlich gibt es auch mal Streit wie auf jeder anderen Schule auch, aber das wird schnell geklärt, nachtragend sind wir auch nicht.

Dilara Rexhausen:
Ich bin zur Hälfte Deutsche und Türkin und bin in Deutschland geboren. Meine Mutter ist Deutsche, mein Vater Türke.
Mein Vater ist mit seiner Familie 1974 nach Deutschland gekommen, weil mein Opa einen Job in Deutschland angeboten bekam. Mein Vater war zu dieser Zeit 17 Jahre alt. Er und seine Geschwister sprachen kein Wort Deutsch, sind aber dennoch in eine deutsche Schule gegangen. Mein Opa konnte nur teilweise Deutsch sprechen und meine Oma gar nicht.
Ich finde es sehr gut, das es an unsrer Schule viele verschiedene Nationalitäten gibt, denn man lernt viele verschiedene Kulturen kennen und man bemerkt, dass es neben den Unterschieden auch viele Gemeinsamkeiten gibt. Unsere Schule ist etwas Besonderes, weil an keiner anderen Lüneburger Schule so viele verschiedene Nationalitäten vertreten sind.

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