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AUSFLÜGE: PARIS

09.11.07

WIR WAREN DANN MAL WEG ...
Schüler/innen der Französischkurse der 8. und 9. Klassen,
Frau Mertens-Hann und Herr Burkert fuhren vom 25. – 30.Juni 2007 nach Paris.

Auch wir waren dann mal kurz weg.
Klar. Das ganze Schuljahr über war Warten, Aushalten, die Tage abzählen . . . „noch drei Mal musst du schlafen, zwei Mal . . . und . . .“
Am Sonntag, den 24. Juni um Punkt 22.15, war es so weit. Wir, die Schüler und Schülerinnen der beiden Französischkurse der Jahrgangsstufen 8 und 9, bestiegen am Lüneburger Hauptbahnhof den ersten der beiden Züge, die uns ins Gelobte Land führen sollten, dort wo Wein und Cidre fließen, wo die Menschen sich mit „Bonjour“ und „Küsschen links und Küsschen rechts“ begrüßen, ins Herz dieser uns unbekannten Kultur. Zurück ließen wir weinende Menschen, größtenteils Eltern, die ob der einwöchigen Trennung trauerten oder einfach nur glücklich waren.
Auch für letztere ist dieses Tagebuch bestimmt.

Sonntagabend, den 24. Juni
Gegen 22 Uhr trafen wir uns abends am Hauptbahnhof in Lüneburg. Ab 22 Uhr 10 versammelten wir uns, die Schüler der 8ten und 9ten Klassen aus den Französischkursen, am Gleis 3, wo unser Zug um 22 Uhr 15 nach Hamburg-Harburg abfahren sollte.
Die Zugfahrt dorthin verlief recht zügig und ohne weitere Komplikationen. In dem Nachtzug nach Paris, in den wir am Hamburger Bahnhof umstiegen, saßen wir jeweils in Sechserabteilen. Die Nacht im Zug verbrachten wir für unsere Verhältnisse relativ ruhig. Ein Großteil hatte auch versucht zu schlafen, da uns morgen ein anstrengender Tag bevorstand.

Montag, den 26.06.07
Am Montag um 9.00 Uhr kamen wir nach schlafloser Nacht im Gare du Nord in Paris an. – Andere Abteile, unterschiedliche Schlafgewohnheiten. Wie Eugen diese Nacht verbrachte, müsst ihr ihn selber fragen. - Herr Burkert kaufte uns dann die Wochenkarten für die Métro. Wir klebten unsere Passfotos ein und fuhren mit der Métro zur Station Hôtel de Ville. Im M.I.J.E. (Maison Internationale de Jeunesse Etrangère), unserer noblen Residenz, wurde uns die Hausordnung erklärt. Wir setzten unsere Koffer im Keller ab und gingen zu Fuß zum nahe gelegenen Centre George Pompidou.
Nach einem kurzen Besuch im M.C. Pompidou hatten wir einen längeren Aufenthalt im M.C Donalds. Wer sagt, dass die Franzosen keine Esskultur hätten ?!!!
Danach gingen wir zurück zum Centre Pompidou und lagen auf einem großem Platz vor dem Centre Pompidou. Dort präsentierte sich ein viertklassiger Artist, der Assistenten aus dem Publikum seine Pappmesser in deren Köpfe stach. Einen solchen dilettantischen Auftritt hatte keiner der Zuschauer verdient.
Um 17.00 Uhr gingen wir zurück zum MIJE und gingen auf die Zimmer. Ich war mit Eugen, Martin und Cem im Zimmer Dort hatten wir zwei Stunden Freizeit. Danach gingen wir 200m weiter zum Restaurant des MIJE. Es gab Cous Cous mit Merguez, eine arabische Spezialität. Wir träumten alle von der Speisekarte bei Mc Donalds.
Danach gingen wir noch an der Seine entlang und bewunderten die Kathedrale Notre-Dame in der Abenddämmerung. Zurück im Zimmer schliefen wir auch sofort ein. (Das ist die offizielle Version.) Ich träumte in dieser Nacht von Mc Donalds.

„. . . à demain, fais de bons rêves, mon coeur“ („bis morgen, träume süß, mein Schatz“)

Dienstag, den 27.06.07
Aufstehen – ouuuaaah!
Frühstück mit Verwöhnkakao und ab in den Großstadtdschungel. Erst zur Arche de la Défense, dann Richtung Arc de triomphe und wenn du jetzt vielleicht denkst: Das war’s - äh, äh, noch nicht ganz. Auf zum Eiffelturm. (Keine einfache Sache – so von wegen mal rauf und wieder runter.)
Der Tag war anstrengend, aber echt klasse. Es hat mir eigentlich alles gefallen bis auf das Wetter und die anderthalb Stunden Wartezeit unter dem Eiffelturm – oder wie ich’s heute ausgedrückt habe: „Jetzt kann ich sagen: Ich war auf dem Eiffelturm – na ja, die meiste Zeit darunter.“
Auf dem Weg zurück `nen echt französischen Döner Kebab mit Pommes genossen, ins Hotel, eher weniger herzhaft beim Abendbrot zugelangt. (Ich bin sooooo satt!)

. . . und immer noch Dienstag
Um 7 Uhr morgens war ich dann mit Herrn Burkert joggen. Unter uns: Mein Tempo konnte der nicht halten. Wir liefen an den Quais entlang in Höhe der Kirche Notre- Dame bis zu einer der unzähligen Brücken der Seine am Musée du Quai d’Orsay. Auf der anderen Seineseite ging es zurück. Es war brutal: immer nur Kopfsteinpflaster,
zwischendurch musste ich den völlig entkräfteten Herrn Burkert noch aufmuntern.
Dann im Hotel unter die Dusche, dann Damien, meinen Zimmergenossen wecken, weil der nicht aus den Federn kam. - Das war nicht nur am Dienstag so, nicht wahr, Damien? -
Zum Frühstück gab es ein Stück Baguette, ein Croissant, einen Kakao oder Kaffee und Orangensaft sowie Marmelade – wie immer. Danach ging es gleich los. Zuerst zur Métro – wie immer -, damit zur Arche de la Défense. A quoi bon ce monument? Ne me demande pas! (Weshalb wir eigentlich bei diesem Gebäude waren, blieb mir ein Rätsel.)
Was soll’s. Mit dem Fotoapparat ein paar Augenblicke einfangen und von dort die zirka vier Kilometer gerade Achse bis zum Arc de triomphe genießen. Dorthin ging’s dann auch zu Fuß – Anweisung von oben!
Natürlich regte sich Ungehorsam auf der zweiten Hälfte des Weges. „Wir sind Métrofahrer, keine Fußgänger“, skandierte das Volk. Die Reiseleitung gab nach. Wir nahmen für den restlichen Weg bis zum Arc de triomphe die Métro.
Dort Hunderte von Treppenstufen hinauf bis . . ., ja bis zu einem tollen Anblick. Vom Dach des Arc de triomphe hatte man einen fantastischen Blick auf viele Sehenswürdigkeiten Paris. Hunderte von Treppenstufen hinunter und dann zum Eiffelturm. Wir warteten mindestens eine Stunde, um auf die zweite Etage zu gelangen, und dann nochmal 20 Minuten, um zur dritten Etage in 300 Meter Höhe zu kommen.
Oben angekommen ging’s auch schon wieder runter: Freizeit bis zum Abendessen.
Diese Freizeit füllten wir sinnvoll aus. Stimmt nicht, aber das sagt man so.
Beim Abendessen ließen wir den Tag noch einmal Revue passieren und gingen früh ins Bett. Stimmt auch nicht.

„Bonne nuit à tous!“ („Gute Nacht zusammen!“)

. . . Stoooop, da war doch noch meine Dienstagsgeschichte. Ich mach’s kurz:
Duschen: 6.00 Marina – 6.30 Laura – 7.00 Bahar – 7.30 Mirja.
Frühstück: 8.30 für alle. War o.k.
Treffpunkt: 9:30. Dann die Métro, Arche de la Défense und Arc de triomphe. Kleine Korrektur : Bis auf das Dach des Arc de triomphe waren es mindestens 300 Treppenstufen, keine 100!! Dann wieder runter, rein in die Métro, raus aus der Métro, Eiffelturm: 300 Meter hoch, aber der hatte zum Glück Fahrstühle. Super Aussicht von dort oben und danach die große Freiheit. Wir bekamen den Rest des Nachmittags frei. Als Frau geht man natürlich Shoppen . . . und vergisst die Zeit dabei. Zum Abendbrot kamen wir zu spät. Dabei gab es - das lässt den Gaumen zucken: Normandin de veau!!! (ohlala!!!) So stand es auf dem Speiseplan. Auf dem Teller lag dann eine gewöhnliche Fleischbulette (ach ne!!!). Nach dem Essen wieder zurück ins Hotel und in die Betten.

„Repose-toi bien, ma petite!“ („Ruh dich aus, meine Kleine!“)

Mittwoch, den 27. Juni 2007
Morgens: Schon wieder das typisch französische Frühstück: Baguette, Croissant, Erdbeermarmelade, Kakao und Orangensaft. Um 9.30 Uhr ab zur Metro, aber dieses Mal ohne umsteigen. Mit der Linie 1 von Hôtel de Ville bis Tuileries/Louvre.
Der Louvre ist heute ein weltberühmtes Museum. Die bekannteste ``Bewohnerin`` des Museums heißt Mona Lisa. Unsere Gruppe interessierte sich nicht für lächelnde Frauen, sondern für Seerosen, und zwar die von Claude Monet. Die gibt es in der Orangerie zu sehen.
Die Orangerie war früher im 19. Jahrhundert ein überdachter Garten mit Orangenbäumen. Seit 1926 ist es ein Museum, in dem vor allem impressionistische Malerei und die Seerosen von Monet ausgestellt sind. Die Impressionisten waren die ersten Maler, die draußen im Freien gemalt haben und die großen Wert auf die natürlichen Lichteffekte (Sonne, Regen, Jahreszeiten, Wasserspiegelungen) legten. Ich fand den Gang durch die Orangerie langweilig, aber dass wir die Erklärungen zu den Bildern über die Head-Sets hörten, fand ich gut. Nur die Head-Set-Synchronstimme von Herrn Burkert war nicht auszuhalten.
Für den Nachmittag war der Besuch eines Hip-Hop-Festivals im 19. Arrondissement vorgesehen.
Uups! Der erste wirkliche Aufreger: Wir hatten Marina und Frau Mertens-Hann in der Métro verloren. Wir wollten schon das FBI einschalten, da klingelte Bahars Handy: eine SMS von Marina: „ Hilfe, wir haben euch verloren, mit welcher Metro seid ihr gefahren?“ Bahar konnte die beiden beruhigen. „ Wir warten auf euch!“, klickerte sie als SMS in ihr Handy.
Mit den beiden fuhren wir zum Hip-Hop-Festival. Beim Hip-Hop-Festival haben am Anfang zwei Farbige auf französisch gerapt und danach haben noch andere Franzosen getanzt. Das Hip-Hop-Festival war auf einem Spielplatz und die Zuschauer war auch fast nur Farbige.
Um 18.15 Uhr sind wir zurück zur Jugendherberge gegangen und haben zu Abend gegessen. Nach dem Essen um 21.00 Uhr sind wir zur Seine gegangen und haben eine eineinhalbstündige Fahrt auf der Seine gemacht.

„Au clair de la lune, mon ami Pierrot . . .“ („Schlaf Kindchen schlaf . . .“)

Donnerstag, den 28. Juni
Och nee!! Weckerklingeln. Also schnell ins Badezimmer, um sich kurz frisch zu machen.
Dann also zwei Stunden später – Frühstück: Baguette, Croissant, . . . also, ihr wisst schon. Heute ging es zum ehemaligen Künstlerviertel Montmartre. Hmmm, was stellt man sich darunter vor? Tja, das wussten wir auch nicht, also ließen wir uns überraschen. Wir hofften nur, dass es ziemlich gut werden sollte, da der Weg zu diesem erhöht gelegenen Stadtviertel eine echte Herausforderung war. Wir kamen uns wie richtige Bergsteiger vor, denn eigentlich ging es nur steil bergauf. Da hieß es tapfer bleiben und brav weitergehen.
Also mit dem Künstlerviertel war das dann so: Künstler wie Picasso hatten zu Beginn des 20. Jahrhunderts hier gelebt und gearbeitet. Mittlerweile ist das ein Viertel mit vielen Restaurants, kleinen Shops und an der Straße saßen ganz viele Maler, die zeichneten und malten: Portraits, den Eiffelturm in allen möglichen Variationen, Blumenbilder usw.
Wir gingen weiter über den Place du Tertre zur Kirche Sacré- Coeur. Anschließend gingen wir hinein. Dort gab es ein riesiges Wandgemälde, das man nicht fotografieren durfte. Als wir wieder draußen waren – nicht zu vergessen der Panoramablick über Paris vom Kirchenportal aus - , bekamen wir eine Stunde, um im Viertel herumzugehen. Wir gingen fast alle in einen Souvenirshop, in dem wir einen kleinen Eiffelturm für die Klasse erwarben.

Ja, Freizeit, Freiheit oder „Hol mir mal ‚ne Flasche Bier“. Eigentlich wollte ich ja mit L. (Name ist der Redaktion bekannt) ’nen Bierchen kaufen und auf dem Platz vor dem Centre Pompidou trinken. Aber für französisches Bier wollten wir dann doch nicht unser „Gesetz“ brechen, zumal der Tag auch so echt geil war. Jawohl, Freizeit in der geilsten Gegend von Paris. Stadtbummel ist ja echt nicht mein Ding, aber in Montmartre würde mir das den ganzen Tag Spaß machen.

Und dann war auch schon wieder 18:15: L’heure du dîner (Abendbrot), zum Dessert: Mousse au chocolat. Das Dessert zum Dessert: Le Musée du Quai Branly. Das ist ein Museum, in dem asiatische, ozeanische und afrikanische Kultur ausgestellt wird. Also noch mal in die Métro schwingen, im Museum ein paar Runden drehen und . . . .
das Ende des Tages herbeisehnen. Neeeeeein! Das war’s immer noch nicht. Obwohl Bahar und ich dagegen protestierten, gingen wir gegen 21.30 Uhr abends noch Richtung der nahe gelegenen Champs de Mars, um den beleuchteten Eiffelturm zu sehen. Es war überwältigend – Dank an die Reiseleitung!! Dann ging es aber doch endlich Richtung MIJE, Richtung Bett. – „Faites dodo, mes amis“ („Schlaft ein, meine Freunde“). Schnaaarch!

Freitag, den 29. Juni – Au revoir mon amour!
Aufstehen – duschen – Frühstück – Koffer packen - Betten abziehen – So sieht der Abschied aus. (Lieber Lars, die Hotelleitung hat dein Bettlaken im Innenhof wiedergefunden; Anmerkung der Redaktion)
Das Gepäck stellten wir in der Baggagerie des Hotels ab und wir machten uns auf den Weg ins Zukunftsmuseum La Villette. Dort besuchten wir die Ausstellung ‚Crad Expo’.
In dieser Ausstellung ging es ums Furzen, Rülpsen, Kotzen, Nasenschleim und Schweißbildung. Hochinteressant, die biologisch-chemischen Prozesse dieser menschlichen Ausdrucksformen zu erfahren. Natürlich ging es anschließend zu . . .,
reingelegt, . . . diesmal nicht McDonalds, sondern Quick Burger!
Kim bekam noch ihr Geburtstagsstädchen („Joyeux anniversaire“ . . . lalali), Xenia, die Tochter von Frau Mertens-Hann, wurde verabschiedet, weil sie eher nach Deutschland zurück musste („Merci et au revoir, chère Xenia!“). Nochmal ins Pantheon, dort wo viele Größen der französischen Geschichte begraben liegen. Und zum allerletzten Mal zur Kathedrale Notre-Dame.
Dieses Mal sollte es endlich klappen mit einer Führung durch diese gothische Kathedrale. Damien lernte drei englische Kunsthistorikerinnen kennen, die sich zu Studienzwecken in Paris aufhielten, und uns fachkundig durch die Kirche führten. Für Damien bleiben diese Momente unvergesslich.
Gepäck aus dem Hotel aufladen, beladen in die überfüllte Métro (boah!), der letzte französische Döner am Gare du Nord und dann nur noch: „Au revoir Paris“.
Der Zug nach Deutschland fuhr gegen 21 Uhr ab. „Das gleichmäßige Schlagen der Gleisschwellen drückte mein Herz. Die Zeit lief ab . . . .“ – so war’s ja gar nicht.
Diese Nacht gab es keine „bonne nuit“, kein „dodo“, keiner wollte schlafen. Paris noch mal feiern, die Reise und sich selber. So sahen wir, glaube ich, am nächsten Tag auch aus, oder??
 

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