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PROJEKTE: THEATER

14.04.10


KLARA UND ABBAS
Das Theaterstück des Schauspielkollektivs Lüneburg beeindruckte unsere Achtklässler.
 


 

Aus der Landeszeitung vom 05.03.10

Die schöne Klara und der Dönermann
Theaterstück zum Thema Integration bringt Achtklässler zum Nachdenken

Was entsteht, wenn sich die blonde Floristin Klara in Abbas, einen temperamentvollen Dönermann verliebt? Eine Liebesgeschichte, geprägt von multikulturellem Konfliktpotenzial zwischen der "deutschen Pragmatikerin" und dem libanesischen "Terrorverdächtigen". Als das ungleiche Paar dann noch erfährt, dass es ein Kind erwartet und Klara zum Islam konvertieren soll, eskaliert die Situation.Integration, Migration und Toleranz sind die Hauptthemen im Theaterstück "Klara und Abbas", dass jetzt in der Kopernikus-Schule aufgeführt wurde. "Das Stück bedient bewusst viele Vorurteile", sagt Regisseur Thomas Flocken vom Schauspielkollektiv Neues Schauspiel Lüneburg: "So entstehen Reaktionen im Publikum."

Die meisten zuschauenden Achtklässler kommen selbst aus einer Familie mit Migrationshintergrund. "Das Theaterstück entspricht der Lebnswirklichkeit vieler hier", weiß Flocken. Die Handlung soll vermitteln, dass die Auseinandersetzung mit "anderen Kulturen" oft ein emotionaler Kampf sein kann. Klara will auf keinen Fall zulassen, dass ihre Tochter ein Kopftuch tragen muss. Abbas plagt eher die Tatsache, dass Klara "an nichts und niemanden glaubt". Auch die Eltern machen es dem Paar schwer. Klaras Vater hält den Libanesen für "einen Terroristen", Abbas Familie fordert von der Schwangeren "sofortige Konvertierung und die Bitte um Vergebung vor Allah". Das Paar kommt zu keiner Lösung und dem Publikum wird durch das offene Ende des Stücks Raum für eigene Lösungsansätze gegeben.

"Na, was meint ihr, werden es die beiden schaffen?", fragt Julia von Thoen, Co-Regisseurin, die Schüler nach der Aufführung. "Nee, die streiten zu viel", findet ein Schüler. Ein anderer wünscht sich "weniger Vorurteile von Deutschen".

Das Theaterstück wird vom Kriminalpräventionsrat und dem Verein Kiwanis gefördert. Die Reaktionen der Schüler sind durchweg positiv. "So ähnlich geht es auch uns", findet Bilal (13), der selbst aus dem Libanon stammt.

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