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Hamburger Abendblatt vom 9. Februar 2011
LÜNEBURGER RUNDSCHAU
Auf der Tanzfläche fürs Leben lernen
Telnehmerinnen des Projekts „Schenk mir einen Tanz“ erhalten heute
Urkunden im Rathaus
LÜNEBURG:: Die Pubertät ist eine schwierige Zeit. Das wissen nicht
nur Eltern, das spüren besonders die Jugendlichen selbst. Sich
selbstbewusst vor anderen zu zeigen, ist für viele nicht einfach.
Ein Projekt, das helfen soll, den Übergang von der Schule ins
Berufsleben erfolgreich zu bewältigen, ist „Schenk mir einen Tanz“.
Der Kurs, den Schülerinnen der achten bis zehnten Klassen an der
Real- und Hauptschule Kaltenmoor für ein halbes Jahr belegen können,
ist Teil des Förderprogramms der Europäischen Union unter den
Stichworten Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier Biwaq.
Die Idee, die hinter dem Konzept steckt, ist einfach: Die kulturelle
Kompetenz der Mädchen soll gestärkt und die interkulturelle Toleranz
und der Austausch erhöht werden. Vor allem in Kaltenmoor, einem
Stadtteil, in dem mehr als 40 Prozent der Bewohner einen
Migrationshintergrund haben, ist das friedliche Zusammenleben von
Menschen aus unterschiedlichen Kulturen wichtig.
Seit 2009 tanzt Nurka Casanova jede Woche zwei Stunden mit den
Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren zu feurigen Latino-Rhythmen und
bringt ihnen Salsa, Merengue und andere Tänze bei. Längst ist mehr
als ein Unterrichtsprojekt aus der Tanzgruppe geworden.
Das Projekt wurde 2010 mit dem Integrationspreis ausgezeichnet.
Im vergangenen Jahr sind Nurka Casanova und ihre Tänzerinnen mit dem
Niedersächsischen Integrationspreis ausgezeichnet worden. Noch bis
Oktober 2012 ist die Finanzierung des Projektes, das zu großen
Teilen aus EU-Mitteln bezahlt wird, gesichert.
Uwe Nehring, der als Quartiersmanager Kaltenmoor betreut, ist von
Wirksamkeit und Wichtigkeit des Projektes überzeugt. „Bei ,Schenk
mir einen Tanz’ geht es nicht nur um Tanzschritte, sondern darum,
sich zu präsentieren. Das ist auch für das weitere Leben, zum
Beispiel für Bewerbungsgespräche wichtig.“ Sobald das Thema
Berufsberatung direkt zur Sprache komme, zeigten die Jugendlichen in
der Regel eher wenig Interesse, ist die Erfahrung des engagierten
Quartiersmanagers.
Zudem würde den Jugendlichen mit Migrationshintergrund mit
Tanzlehrerin Nurka Casanova, die in Peru geboren wurde und nun als
selbstständige Unternehmerin in Lüneburg lebt, ein positives
Beispiel dafür vor Augen geführt, dass man seine Ziele im Leben auch
erreichen könne. Das Projekt wird sehr gut angenommen. „Es gibt nach
jedem Halbjahr Mädchen, die gern weiter tanzen wollen“, so Nehring.
Heute um 17.00 Uhr erhalten die Absolventinnen des vergangenen
Kurses im Rathaus ihre Urkunden. (wei)
Richtigstellung:
Entgegen der Darstellung im Hamburger Abendblatt wurde das
Tanzprojekt im ersten Halbjahr des Schuljahres 2010/2011 mit
Unterstützung der Hansestadt Lüneburg – Soziale Stadt Kaltenmoor -
über „Stärken vor Ort“ (ESF- /EU-Mitteln) finanziert.
Erst im zweiten Halbjahr erfolgt die Finanzierung über das
Förderprogramm BIWAQ.
Maria Stratmann-Boeck
RR |